Ergebnisse / Konsequenzen

Ergebnisse

Merkur, Venus

Die geringe Eigendrehung lässt vermuten, dass noch vor Einsetzen der t-Tauriphase,

der Infrarot- Strahlungsdruck aus der Protosonne bereits ausgereicht hat,

aus dem innersten Scheibenbereich, einen bedeutenden Anteil des Gases weiter nach außen zu treiben.

Der Strahlungsdruck ist umgekehrt proportional zum Quadrat des Abstands.

Das bedeutet für die Venus einen zweifachen, und für Merkur ein 6,7- fachen Druck gegenüber dem der Erde.

Ein wichtiges Indiz für diese Annahme, ist das völlige Fehlen von Monden bei diesen Planeten. Denn, wie oben beschrieben, bietet eine Linse die besten Voraussetzungen dafür, dass sich Materie mit einem Überschuss an Rotationsenergie zu Monden formt.

Für Merkur kann aber auch nicht ausgeschlossen werden, dass er sich in der Frühzeit wesentlich schneller gedreht hat und wegen der geringen Sonnennähe in einen 1,5- fachen sonnengebundenen Rotations- Umlaufrhythmus gezwungen wurde. Darauf deutet auch das fast perfekte Drehzahl/Umlauf-Verhältnis von 3 zu 2.

Wikipedia:

"Dadurch entstehen in den zirkumstellaren Scheiben Zonen mit geringer Materiedichte: ein zentrales Loch mit einem wachsenden Durchmesser von einigen Astronomischen Einheiten sowie Ringe, in denen Exoplaneten Materie akkretiert haben. Nach einigen Millionen Jahren bleibt eine reine Staubscheibe zurück wie bei Wega und Beta Pictoris, die sich im Laufe der Zeit durch Strahlungsdruck komplett auflöst."

 

Erde

Das Rechnungsergebnis liegt um ein Mehrfaches über der heutigen Erdrotation.

Allerdings ist auch bekannt, dass die Erde in der Frühphase erheblich schneller rotierte,

und im Laufe der Jahrmilliarden Drehimpuls durch Gezeitenwirkung an den Mond abgegeben hat. Damit passt das Rechenergebnis wieder gut zur Realität.

Die Meinung der Forscher zur Tageslänge in der Frühphase variiert zwischen 14 und 6 Stunden.  Wegen der quadratischen Abnahme der Bremswirkung bei Vergrößerung des Erde-Mond-Abstands, halte ich die 6 Stunden für wahrscheinlicher.

6 Stunden bedeuten 1460 Umdrehungen bei einem Sonnenumlauf.

 

Mars

Die ersten Rechenergebnisse zur Mars- Rotation irritierten. Gleichzeitig fällt auf,

dass Mars unter einem Massendefizit „leidet“. Der Verdacht fiel sofort auf seinen äußern Nachbar Jupiter.*k2)

Anscheinend hat die Jupiterlinse nicht nur an ihrer Innenseite die Bildung eines Planeten anstelle des Planetoidengürtels verhindert, sondern auch die Materie der Marslinse angefressen. Immerhin ist die Masse des Jupiters rund 3000-mal so groß,

wie die des Mars`. Wenn man die innere Einfußgrenze des Jupiters weiter in Richtung Mars- Umlaufbahn verschiebt, Zeigt die Rechnung nicht nur für Mars, sondern auch für Jupiter Ergebnisse, die viel mehr der Wirklichkeit entsprechen.

 

*k2) von der Weiden: Geburt und Tod der Sterne, Seite: 65, ISBN3-440-06894-3

 

Jupiter, Saturn

Die berechneten Drehzahlen der beiden Gasplaneten sind 7 bis 35 % zu gering.

Die ersten Ergebnisse irritierten wie die vom Mars, denn bei einem gedachten senkrechten Schnitt durch die Ekliptik sah man nicht die zu erwartende keulenförmige Massenverteilung im Verikalschnitt, auch die errechnete Jupiterdrehzahl erschien trotz aller Toleranzen zu gering (0,6 der Realen). Erst die Ausdehnung der Jupiterlinse über den Planetoidengürtel hinaus bis zur Marseinflussgrenze um 85 Millionen km, ergab ein harmonischeres Bild und eine realistischere Drehzahl.

Dieses würde auch den Planetoidengürtel folgendermaßen erklären:

Die übermächtige Jupiterlinse hat bei jeder Begegnung mit der Planetoidenlinse (bzw. dem Planetoidentorus), Masse übernommen und ist auf Kosten eines „Planetoiden-Planeten“ immer weiter gewachsen. Anscheinend hat auch Mars, mit seinem „Massendefizit“ darunter gelitten. Die Planetoiden sind demnach Überbleibsel, die wegen ihres relativ großen

Masse / Oberfläche- Verhältnisses, nur wenig von den aerodynamischen Kräften der Jupiterlinse, in ihrem Bahnverlauf gestört wurden. Der Staub- und Gasanteil als Hauptmasse des Planetoidentorus, wurde jedoch von der wachsenden Jupiterlinse aufgezehrt.

Nach der Rechnung mit geänderter innerer Jupitereinflussgrenze, zeigte sich eine sonnenabstands- abhängige Dichteverteilung in der Scheibe, die bei Merkur mit einem hohen Wert beginnt, über Venus noch ansteigt und über Erde, und Jupiter immer weiter bis zum Neptun annähernd asymptotisch abfällt. Ein Knick in der Kurve bei Mars stört das Gesamtbild, was aber auf den Einfluss der Jupiterlinse zurückzuführen ist.

 

 

Uranus

 

Das beschriebene Szenarium gilt auch für diesen Planeten. Allerdings sind Umstände denkbar, die die Drehachse gekippt haben.

 

Wenn sich ähnlich große Materielinsen zufällig in fast gleicher Sonnenentfernung und auf ähnlichen Bahnen gegenüberliegend gebildet haben, kann es bis zu 100 000 Jahre dauern, bis sie miteinander kollidieren. In dieser Zeit können Linsen von beträchtlicher Größe aufgebaut sein. Wahrscheinlicher ist aber, dass sich im Uranus- Torus zwei Linsen gebildet haben, von denen eine den inneren, eine Zweite den äußeren Torus leerfegte. Immerhin ist er 14-mal breiter als der Erdtorus. Bei der Kollision sind der Abstand und die Lage der Bewegungsvektoren im Verhältnis zu den Drehachsen entscheidend für die Lage der Rotationsachse und -drehzahl des vereinigten Produkts.

 

 

 

Neptun

Neptun passt fast perfekt in das Rechnungsschema.

Seine Eigenschaften kommen möglicherweise denen aus der Protoplanetenphase am nächsten.

 

(Pluto)

Pluto fügt sich weder in das Entwicklungs-, noch in das Rechenschema.

Der Planetenstatus wurde ihm nach meiner Meinung zu Recht abgesprochen. 

 

Konsequenzen

 

1.        Planetendrehsinn und –Drehzahl hängen ursächlich mit der Art der

           Planetenentstehung zusammen. In der Frühphase war der Gasanteil nicht nur

           zufälliges Beiwerk, das sich dort, wo es gerade vorhanden war, auf Himmelskörpern

           abgesetzt hatte, sondern für die Eigenschaften der Planeten entscheidend.

           Wie der Asteroiden- und der Kuipergürtel zeigen, ist die Größe der Gashülle bei der

           Akkumulation entscheidend. Sie scheint bei geringer Materiedichte erst den

           Akkretionsvorgang auszulösen. Der Gasanteil sorgt für die reibungs- und

           richtungsmäßige Aneinanderkopplung fester Materie und entscheidet damit über die

           Eigendrehung.   

 

2.                Die Hypothese lässt die Bildung von Planetoiden und Monden in einem anderen            Licht erscheinen. Kollisions- Katastrophen sind dafür nicht mehr erforderlich. 

           Planetesimale aus weiter entfernten Scheibengebieten spielen beim Aufbau der

           Planeten nur eine untergeordnete Rolle. Massenweise Einschläge aus allen

           Himmelsrichtungen auf eine Planetenoberfläche haben lediglich marginalen Einfluss

           auf die Rotation.

  

3.               Wenn das Szenarium, wie im Kapitel: „Jupiter, Saturn“ beschrieben, stimmt, zeigen die Objekte im Planetoidengürtel mit ihrer geringen Gesamtmasse im Vergleich zu einem „echten“ Gesteinsplaneten, wie klein der Anteil großer Brocken zur gesamten festen Materie war. Oder im Umkehrschluss, wie groß der Anteil staubartiger, aerosolbildender Materie war.

  

4.       Konsequenzen erstrecken sich auch auf die Prognose angeblich bewohnbarer Planeten:   Der kürzlich entdeckte Zwergstern HJ 667Cc mit einem Planeten von 4,5-facher Erdmasse, oder die Sonne des Planeten Ross 128b sind zu klein, eine T-Tauriphase zu durchlaufen. Damit bleibt aber auch die Gashülle des Planeten erhalten. Solche Planeten kommen für die Entwicklung höheren Lebens kaum in Betracht und können auch nicht als erdähnlich betrachtet werden.

 

5.         Aus den Zahlen der relativen Massedichte und der durch Beobachtungen ermittelten 

            Scheibendichte lassen sich einige Schlüsse ziehen:

  

            a          Die Entwicklung von Merkur und Venus zu Planeten, mit einer Eigenrotation,

                        wie Erde bis Neptun wurde wahrscheinlich schon frühzeitig durch die große

                        Sonnennähe gestört.

  

            b          Für die Ausbildung eines „echten“ Planeten jenseits von Neptun reichte                         entweder die Zeit bis zum Einsetzen des Sonnenwindes nicht

                        aus, oder die relative Scheibendichte war zu gering. (oder beides)